Naokos Lächeln von Haruki Murakami

 

Jetzt habe ich endlich meinen ersten Murakami gelesen. Mit dem Murakami-Virus wurde ich auf Instagram infiziert. Zum Glück! Unzählige tolle Rezensionen haben mich so neugierig gemacht, dass ich mir relativ schnell Naokos Lächeln zugelegt habe, weil es u.a. als Einsteigerroman in die Murakamiwelt empfohlen wird. Meine Liebe zu Murakami ist also noch jung, aber dafür nicht weniger leidenschaftlich. 😉

Vor Jahren habe ich mir ein Taschenbuch von Haruki gekauft, es ist aber leider unauffindbar in den Untiefen meiner Regale verschwunden. Dieses Mal habe ich direkt mit dem Lesen begonnen und nur kurze Zeit gebraucht, um das Buch begeistert aus der Hand zu legen und ihm ein auffindbares Plätzchen im Bücherregal zu suchen.

Auffällig ist das Buch schon aufgrund seines wunderschönen Covers. Die Neuauflage des Dumont Buchverlages mit dem farbigen Folienumschlag fällt sofort ins Auge.

Die Geschichte spielt in den 60er Jahren in Tokyo. Toru ist ein einsamer junger Mann. Er studiert Theaterwissenschaften, liebt Bücher und Spaziergänge und wohnt in einem Wohnheim, wo er sich das Zimmer mit dem stotternden, ordnungsliebenden „Sturmbannführer“ teilt. Nebenbei arbeitet Toru in einem Plattenladen.

Durch seinen Jugendfreund Kizuki lernt er dessen Freundin Naoko kennen und verliebt sich in sie. Als sich Kizuki das Leben nimmt, zieht sich Naoko zurück. Zurück in eine für Toru schwer zu erreichende Welt, die von Traurigkeit, Sensibilität und Zurückgezogenheit gekennzeichnet ist. Toru nähert sich ihr immer wieder und auch sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Als Naoko in eine Art Sanatorium kommt, schreiben sich die beiden Briefe, die zu Herzen gehen.

Während des Studiums lernt er den Mädchenschwarm und aus reichem Haus stammenden Nagasawa kennen. Mit ihm unterhält er sich über Literatur und zieht um die Häuser, um Mädchen zu treffen. Von Nagasawa fällt der Satz:

„Liest man, was alle anderen auch lesen, kann man auch nur das denken, was alle anderen denken.“

Im Theaterkurs trifft Toru auf Midori, Tochter eines Buchhändlers, ein leidenschaftliches, lebhaftes Mädchen, für die er auch Gefühle entwickelt.

Toru´s Leben dreht sich um sein Studium und die beiden Mädchen, die so verschieden sind, und doch faszinieren ihn beide auf unterschiedliche Weise.

Liebe und Tod sind für mich die zentralen Themen des Buches. Erotik, Literatur, Musik, Freundschaft und Einsamkeit spielen wichtige Nebenrollen.

„Der Tod existiert nicht als das Gegenteil des Lebens, sondern ist ein Bestandteil desselben.“

Murakami hat mich mit seinem Schreibstil gepackt. Er schreibt mit einfachen Worten, diese aber setzt er so geschickt ein, dass ich mir viele schöne Sätze markiert habe.

„Im Aschenbecher lagen drei Kippen, eine halbleere Tasse stand auf dem Tisch, ein Transistorradio auf einem Regal, und an der Wand zerhackte eine Uhr mit ihrem trockenen Ticktack die Zeit.“

Hier gilt es sicher auch, der Übersetzerin Ursula Gräfe ein Kompliment auszusprechen.

Ich frage mich oft, warum ich nicht schon früher ein Buch von Haruki Murakami gelesen habe? Sein Name war mir immer ein Begriff, schließlich erreichen seine Bücher Auflagen in Millionenhöhe, aber bisher habe ich wenige japanische Autoren gelesen. Das ändert sich jetzt auf jeden Fall. Japan ist ein faszinierendes Land, aus dem nicht nur Murakami kommt, sondern auch der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro. Das Schöne an meiner späten Liebe zu Marukami ist, dass schon zahlreiche Bücher erschienen sind, deren Lektüre mir wahrscheinlich noch viele schöne Lesestunden bereiten wird.

Am 22. Januar erscheint sein neues Buch „Die Ermordung des Commendatore“. Natürlich habe ich das Buch vorbestellt. Zum einen, weil ich es direkt am Erscheinungstag in den Händen halten möchte und zum anderen, weil nur die 1. Auflage mit einem nachtblauen Farbschnitt versehen ist, der sich optisch der Umschlaggestaltung anpasst.

Schön, wenn man einen neuen Schriftsteller für sich entdeckt hat…

Ich wünsche euch viele schöne Lesestunden mit Büchern von Haruki Murakami!

 

 

 

 

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