Das Licht von T.C. Boyle

 

Dieses Buch hat mich unerwartet in einen Leserausch versetzt. Schnell bin ich durch die Seiten geflogen. Nein, ich stand nicht unter Drogen. T.C. Boyle´s Schreibstil hat mich gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.

Lange habe ich überlegt, ob ich einen Roman über Drogen überhaupt lesen möchte. Zum Glück hat mich das Cover zum Lesen verführt.

 

 

Timothy Leary, Professor in Harvard, forscht über die Wirkung von LSD, besonders hinsichtlich der Erweiterung des Bewusstseins und einer neuen Wahrnehmung von Gott. Unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Forschung führt Leary als Leiter Experimente mit Gleichgesinnten, Kollegen und Studenten durch. An seiner Seite ist sein wissenschaftlicher Assistent Fitz, später auch dessen Frau und Sohn. Sie beobachten wir Leser beim persönlichen und gesellschaftlichen Absturz. Es bildet sich eine Kommune, die sich zunächst regelmäßig im Haus von Leary trifft, später einen Sommer im Mexiko verbringt und schließlich gemeinsam nach Millbrook in ein riesengroßes Haus zieht. Dort arten die Experimente aus, es kommt zu sexuellen Ausschweifungen. Die Wissenschaft rückt in den Hintergrund.

T.C. Boyle greift in seinen Büchern gerne auf historische Persönlichkeiten zurück, in diesem Fall ist es Timothy Leary.

Ich mag es sehr, wenn ich beim Lesen nicht nur unterhalten, sondern gleichzeitig informiert werde und ab und an einen Grund finde, mich an anderer Stelle näher zu informieren.

Intelligente Unterhaltung mit Suchtfaktor! Danke T.C. Boyle für das Buch und besonders für die grandiose Begegnung in München in der Buchhandlung Hugendubel Stachus. Es war beeindruckend diesen Autor live zu erleben. Seine sympathische Ausstrahlung, seine persönlichen Worte und die Ruhe mit er seinen Anhängern begegnete waren grandios und unvergesslich.

 

 

Noch auf der Fahrt nach München habe ich im Zug (und natürlich auch später) seinen historischen Roman „Wassermusik“ gelesen. Dieses Buch ist völlig anders und doch fast noch genialer. Auch hier traf mich die Lesesucht mit voller Wucht, das Buch klebte mir förmlich an den Fingern.

 

 

Die Geschichte spielt Ende des achtzehnten Jahrhunderts und dreht sich um Mungo Park, einen schottischen Forscher, der nach Afrika reist, um dort den Verlauf des Niger zu erforschen. Diesen Forscher hat es genau wie andere Charaktere im Buch tatsächlich gegeben. Die Sprache, derer sich T.C. Boyle in diesem Buch bedient, ist völlig anders als in „Das Licht“. Sie ist der Zeit angepasst, gehoben und schön. Für mich als Leser hat T.C. Boyle hier ein anderes Bild als Schriftsteller hinterlassen. Ein ebenso geniales wie interessantes, aber auf einer anderen Ebene. Im Vergleich der beiden Romane kann man die Vielfältigkeit seines Könnens bewundern.

Ein toller Autor, den ich jetzt erst entdeckt habe. Jetzt hoffe ich auf Zeit und Gelegenheit, mich auch seiner anderen Romane zu widmen. Auswahl ist zum Glück reichlich vorhanden!

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