Lesemonat März 2018

 

„Es gibt so viele Bücher, dass es keinen Sinn hat, welche zu lesen, die einen langweilen.“ Gabriel Garcia Márquez

Mich hat im Monat März kein Buch gelangweilt. Im Gegenteil, alle Bücher haben mich begeistert und mir vor Augen geführt, dass Lesen für mich das schönste Hobby ist, das ich mir denken kann.

Mein erstes Buch dieses Monats war „Die Herrenausstatterin“  von Mariana Leky. Nachdem im letzten Jahr „Was man von hier aus sehen kann“ zu meinen Lieblingsbüchern gehörte, stehen alle weiteren Bücher dieser Autorin auf meiner Wunschliste. Auch wenn „Die Herrenausstatterin“ nicht an ihr aktuelles Buch heranreicht, hat es mir dennoch sehr gut gefallen. Ich mag die Einbettung von Irrealem in das Geschehen, so wie hier in Form des Toten namens Blank, der der Hauptperson Katja nicht von der Stelle weicht. Katja, seit kurzem ohne Mann und Job, erhält unerwartet Besuch von einem Feuerwehrmann, der behauptet, er müsse ein Feuer löschen. Eine bezaubernde Geschichte mit sympathischen Charakteren, die mir oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Beste Unterhaltung! 5/5

 

Inspiriert von den Büchern Haruki Murakamis ist die japanische Literatur in meinen Fokus gerückt. Und so kam ich in diesem Monat nicht um das Buch „Die Maske“ von Fuminori Nakamura vorbei, vor allem da ich die Möglichkeit hatte, eine Lesung des Autors in Köln während der Lit.Cologne zu besuchen. Im Buch geht es um eine alte Tradition, nach der der jüngste Sohn der Kuki-Familie zu einer Bestie erzogen wird, die das Böse in die Welt bringen soll.  Doch Fumihiro wehrt sich gegen seinen Vater und geht dabei sehr, sehr weit. Er liebt das Mädchen Kaori und weigert sich, sich dem Bösen zu verpflichten. Die Geschichte und Stimmung des Buches ist dunkel, verstörend, spannend. Sie lässt uns als Leser nachdenken über das zentrale Thema: Kann ein Mörder gleichzeitig Täter und Opfer sein? Sprache und Handlung haben mich überzeugt. 5/5

Das nächste Buch, das ich während der Busfahrt zur Leipziger Buchmesse verschlungen habe, gehört von nun an zu meinen Lieblingsbüchern. Sicherlich wird es nicht beim einmaligen Lesen bleiben. Bitte lest dieses Buch!! Worum geht es? Die beiden Freundinnen Martha und Betty treten mit dem todkranken Vater eine Reise in die Schweiz an. Eine Fahrt, die sich der Vater gewünscht hat, um dort zu sterben. Aber es kommt anders, ganz anders. Schließlich führt die Reise über die Schweiz nach Italien und sogar bis Griechenland. Ein Buch, das zu Tränen rührt, vor allem vor Lachen. Natürlich gibt es auch viele nachdenkliche Momente, die mich als Leser oft über das eigene Leben haben reflektieren lassen. Die beiden Frauen sind eine Wucht, die Dialoge köstlich. Überhaupt ist die Sprache total beeindruckend, poetisch, voller Wortwitz, einfach genial. Meine bunten Markierungen nehmen fast überhand, aber das Buch ist voller schöner Sätze. Ich werde ganz, ganz sicher zu weiteren Büchern der Autorin greifen. 5/5

 

„Die Lügnerin“ von Ayelet Gundar-Goshen ist ein großartiges Buch. Eine junge Eisverkäuferin äußert in einer misslichen Lage eine Lüge. Eine Lüge mit fatalen Folgen. Das Mädchen selber blüht auf und steht plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Aber kann das so bleiben? Eine spannende Frage, die mich als Leser durch die Seiten rauschen lässt. Ich bin sehr beeindruckt von der starken Sprache der Autorin. Fazit: ein tolles Buch mit sprachlicher Finesse und einer spannenden Handlung. 5/5

 

Das Buch „Am Ende saß ich in einem Papierflieger und du warst der Wind“ von Tim Berg habe ich sehr, sehr gerne gelesen. Es geht um Malena. Sie nimmt eine Auszeit von ihrem Job, als sie von der Demenzerkrankung ihres Vaters erfährt. Sie möchte das Leben ihres Vaters in Worten festhalten. Die Gespräche mit ihrem Vater werden schwieriger. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf erschütternde Neuigkeiten, die nicht nur Auswirkungen auf ihr eigenes Leben haben, sondern auch auf ihre junge Liebe zu Ben. Fazit: Ein Buch, dessen schöne Worte mich oft haben innehalten lassen. Das Buch hat mich berührt und nachdenklich gestimmt.  Hier ein kleiner Auszug von Sätzen, die mich in Vorfreude auf weitere Bücher von Tim Berg versetzen:

„So standen Malena und Ben im Schnee, während die Musik sich wie ein emotionales Tattoo in ihnen verewigte, wissend, dass dies einer jener Momente war, der wie ein Leuchtfeuer unter all ihren Erinnerungen fortbestehen würde.“

„Spät am Abend stand die Silhouette der Stadt wie ein Scherenschnitt aus schwerem Tonpapier hinter der Binnenalster. Die Lichter des Jungfernstieges trugen weit und schürten in der Ferne funkelnde Ketten.“

„In all meinem Grau sahst du die Farben.“

„In jedem von uns steckt eine ganze Welt, die wir für jemanden sein können.“

„Manchmal möchte ich einfach nur unterwegs sein, um von dir erwartet zu werden.“

Meine Bewertung: 5/5

 

Der Lesemonat endete mit dem Buch „Dunkelgrün fast schwarz“ von Marieke Fallwickl. Auch dieses Buch bekommt einen schönen Platz in meinem Regal. Ja, ich bin auch aufgesprungen auf den Zug. Habe ich es bereut? Nein, nicht eine Sekunde! Ich bin der rasanten Geschichte atemlos gefolgt, habe Moritz, Raffael und Johanna durch ihre Kindheit und Jugend begleitet, teils fassungslos und schockiert. Am liebsten hätte ich eine Person geschüttelt und gepackt, weil sie mich sauer zurückgelassen und provoziert hat. Es ist fantastisch, wenn ein Buch das schafft. Ein großartiges Leseerlebnis! Die Geschichte hat die Geschwindigkeit eines ICE´s, unaufhaltsam flogen die Seiten vorbei. Die Zeiten- und Perspektivenwechsel machten die Geschichte stets spannend und motivierten dazu, immer weiterzulesen. Ein Buch über Freundschaft, Liebe, Erinnerung, Gewalt und Farben. Aber nicht nur die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, beeindruckt hat mich auch die Sprache.

„Sie hätte sich zu ihm legen können, nachts, ohne ein Wort. Das wäre einfach gewesen, viel zu einfach und unrealistisch auch, aber erzähl das mal der Hoffnung.“

Das Wort DUNKELGRÜN wird fortan reserviert sein für die Erinnerung an dieses großartige Buch. 5/5

 

Ich wünsche euch einen tollen Lesemonat April!

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